Es greift eine wichtige
Tatsache aus dem Leben des zwanzigsten
Jahrhunderts auf:
Entdeckungen der Kernforschung haben die Gel. von Portlligat und der ganzen Welt aufgewühlt.
Denn alle anderen verbinden sich noch mit einem gewissen Maß an Ruhe und Gelassenheit; diese hingegen geht ganz und gar auf in
Aufregung und heftigem Verlangen, sie rast und sehnt sich ganz unmenschlich nach Verwundungen durch
Waffen und dem Blutbad der Hinrichtungen ? . Für den Stoiker als Individuum gilt es, seinen Platz in dieser
Ordnung zu erkennen und auszufüllen, indem er durch die Einübung emotionaler
Selbstbeherrschung sein Los zu akzeptieren lernt und mit Hilfe von G. und . In der Gelassenheit des stoischen Weisen vollzog Seneca diesen
Schritt, auf den er gedanklich längst vorbereitet war: ?Der letzte
Lebenstag, vor dem dir so graut, ist der
Geburtstag der Ewigkeit. Der
Begriff Ge. zeigt das gleichzeitige Ja und Nein zur
Technik an, durch das sich der
Mensch von einer übermächtigen Beanspruchung seiner selbst durch die
Technik freihalten kann: ?Wir lassen die technischen
Gegenstände in unsere tägliche Welt hinein und lassen sie zugleich draußen. Eine
Möglichkeit für einen kritischen aber nicht abwehrenden
Umgang mit der
Technik hatte Heidegger in einem 1955 gehaltenem
Vortrag Gelassenheit ausgearbeitet. Die eigene
Existenzerhellung erreiche man durch ?innere Aneignung?, ?G. im
Wissen?, ?tiefe Heiterkeit?, ?
Offenheit gegen sich und andere? und ?Tapferkeit? (
Philosophie II. als
Grundlage und
Begleiterscheinung der heiteren Ge. und der Seelenruhe. Da Wegener sich stets der Solidität seiner
Theorie sicher war, nahm er selbst die teilweise sehr unsachliche
Kritik mit derselben erstaunlichen Gel. hin, die ihn auch auf seinen Grönlandexpeditionen ausgezeichnet hatte. die ?Frage nach der
Technik? , und 1955 hielt er bei der Conradin-Kreuzer-Feier in Meßkirch den
Vortrag ?Gelassenheit? .